Nachgefragt...  

bei Luise Fichtl, Vereinsgründerin und erste Vorsitzende

Warum wurde der Verein gegründet?
Durch mein Engagement beim Roten Kreuz erlebte ich bei Hilfstransporten nach Rumänien anfang der 1990er Jahre die katastrophalen Zustände in den staatlichen Kinderheimen. Das war genug Motivation für eigene Projekte, um Kindern langfristig zu helfen.
Gibt es nach dem EU-Beitritt überhaupt noch Armut in Rumänien?
Die Armut ist noch immer sehr groß. Durch den EU-Beitritt wurden Lebensmittel noch teurer. Man sieht immer noch Kinder, die nicht in die Schule gehen, weil sie keine Schuhe haben und auch kein Geld für Schulsachen da ist.
Derzeit leben 26 Kinder in den Häusern.
Wie wird das finanziert?
Vom Staat bekommen wir jeden Monat 19 Euro pro Kind. Das reicht nicht einmal für das Essen. Löhne, Strom, Heizung, Schulmaterial usw. müssen vom Verein getragen werden, der sich ausschließlich über Spenden finanziert.
Die Kinder können die Ferien bei deutschen Gastfamilien verbringen. Sind die Kinder durch die unterschiedlichen Lebensverhältnisse dadurch nicht überfordert?
Dank vieler Vereinsmitglieder und sehr engagierten Gastfamilien lernen die Kinder ein normales Familienleben und andere Lebensverhältnisse kennen. Da auch der Kontakt in der Zeit zwischen den Ferien durch laufende Besuche und Telefonate sehr innig ist, konnten wir eine Überforderung nicht feststellen. Im Gegenteil, der Kontakt zu Gastfamilien stabilisiert die Kinder.